Dienstag, 1. April 2014

Gefecht bei Reichenberg 1757

Am Morgen des 21. Aprils 1757 überquerte der Herzog von Bevern den durch Parzdorf fließenden Bach Ostasovsky Potok um den südwestlich von Reichenberg auf einem Höhenzug eingegrabenen kaiserlichen Feldmarschall Königsegg zu stellen und zu brechen...

Ich habe mir neuerlich das Field of Battle Regelwerk von Piquet, welches unter Solo-Wargamern die Reputation hat gleichzeitig Solo geeignet und simpler als die originale Piquet Regeln zu sein, zugelegt, um trotz dem Mangel an Zeit und Gegnern mehrere Tabletop-Schlachten pro Woche zu schlagen. Da ich im Moment Philip Sabins neustes Buch ,,Simulating Wars" lese, welches Wargaming (wenn auch vorallem Board- und nicht Miniatures-) als Werkzeug für Analyse und Lehre dem Militärhistoriker empfiehlt, entschied ich mich eine historische Schlacht des Siebenjährigen Krieges nachzuspielen. Da es sich um mein erstes Piquet Spiel handelte empfahl sich eine kleinere, deshalb wählte ich das Gefecht bei Reichenberg im Kontext Friedrichs Invasion Böhmens. 

Historisch schlugen die Preußen die Österreicher, nachdem sie das Kavallerie-Treffen im Zentrum gewannen und so die Befestigungen der Österreicher flankierten, welche daraufhin abzogen:
Dafür sah die Chance nach dem für FoB obligatorischen Auswürfeln der Command und Combat Dices schlecht aus, da trotz der durch das Regelwerk gegebenen allgemein besseren Ratings der Preußen die Österreicher mit Glück sehr gute Ergebnisse erreichten. Welche meine ursprüngliche Intention, dass die Preußen ob ihrer überlegenen Kampfkraft die sich in einer besseren Stellung befindlichen Österreicher werfen könnten, wenn sie deren Zentrum mit der kombinierten Stärke ihrer Kavallerie und Infanterie zu Zeiten überrollen und so die historische Position gewinnen könnten. Da deren zahlenmäßig gleichstarke (historisch waren die Preußen zahlenmäßig ca. 4:3 überlegen) Kavallerie überdurchschnittlich gute Combat Dices und auch die öster. Generälen gute Werte erhielten, während die Preußen insg. einen unterdurchschnittlichen Tag erwischt hatten, glaubte ich nun an einen leichten Sieg der Kaiserlichen. 


Die Aufstellung aus südlicher Sicht

Die von Westen anrückenden Preußen unter Bevern gliedern sich wie folgt:
 Army Morale 11

 C-in-C: Herzog von Braunschweig-Bevern- Superior    D12+1
  Husaren                 - Crack         D8 C10 (dem Betrachter im obigen Bild die nächste Einheit)
  12-pfünder Artillerie- hvy. Art.     D6 C12 (noch aufgeprotzt westlich des Baches)

 Lestwitz- Skilled D12+1
  2*Grenadierbatt.  - Crack    D8 C10 (Flanken zweites Treffen)
  4*Musketierbatt.  - Average D6 C10 (erstes Treffen)

 Württemberg- Skilled D10 (zentral im zweiten Treffen)
   Bayreuth - Average D6 C10
   Jung Krockow -Av.D6 C10
   Kyau      - Average D6 C8
Aufsicht auf die Preußen


Die eingegrabenen Österreicher:
 Army Moral 10

 C-in-C: Königsegg- Average D12 (obwohl zwei Klassen schlechter als Bevern)
   Conv. Gren. - Crack D8 C10
   Batt. Kheul   - Av.     D6 C10
  2*Art.           - Av.     D6 C10

 Pourporati- Average D12+1
   Palffy Dragoner        - Av. D6 C12+1
   Löwenstein Dragoner- Av. D6 C12+1
   Liechtenstein Dragoner- Av. D6 C10

Würben- Average D8 (da hatten die Kaiserlichen ein kleines Problem, das größte Kommando unter dem mit Abstand unfähigsten General)
   Grenzer - Crack D8 C12+1
 3*Musk. Batt. -Av. D6 C10
 1*Musk. Batt. -Av. D6 C8


Die eingegrabene linke Flanke der Österreicher, die Grenzer am rechtem Bildrand.
Es mag beginnen.



  
  


Kommentare:

  1. Very nice blog and very nice battle. By the way, I am one of the main contributors to the Kronoskaf Reichenberg entry...

    Regards

    Fabrizio
    www.torgauproject.blogspot.it

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  2. Thanks. The kronoskaf article and your exact AAR about the battle of Strehla animated me to make my own very first solo play ! Think I have to check out VnB for Solo play aswell...

    Some more about the system: In Piquet Field of Battle wird wie in vielen anderen amerikanischen Regelwerken die Einheitenqualität durch unterschiedliche Würfel abgebildet. In FoB hat jede Einheit zwei Werte einen Defensive die, der strikt nach Einheitenqualität festgelegt ist, und den Combat Die, der mittels einer Tabelle erwürfelt wird. Im Beschuss wird der Combat Die des Schießenden und der Defensive Die des Beschossenen gewürfelt, im Melee die beiden Combat Die gegeneinander. Die Differenz ergibt die erhaltenen Hits daraus ergeben sich Verluste/Disruptions und Reaktionen (Fall BAck, Routng, Pursue etc.). Modifiers gibt es natürlich auch wobei es jeweils Würfelstufen(D6,D8,D10,D12,D12+1)rauf bzw. runter geht: Also up 2 bei einem D8-> D10-> D12.
    AKtiviert wird wie folgt: Die beiden Command dices der CinCs gegeneinander die Differenz wird zur Anzahl der zu ziehenden Karten, welche wiederum die einzelenen Spielphasen (Move, Infantry Firepower, Moral, Combat, Lull etc.) sind, diese werden in der gezogenen Reihenfolge abgehandelt, jeder Spieler hat sein eigenes Deck umso besser die Armee gerated ist umso besser ist das Deck. Wird aber anhand der folgenden Schlachtbeschreibung noch etwas klarer. Das Spiel ist von daher unberechenbar und daher gut zum SoloSpiel, da man sich kaum selbst betrügen kann. Längere AUsführungen zu den genauen Abläufen gibts hier: blundersonthedanube.blogspot.d…-field-of-battle-2nd.html

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